Alle Artikel der Kategorie ‘Fachzeitschriften

Der Mann am Meer

Im Hotel THE GRAND Ahrenshoop auf dem Darß arbeitet Deutschlands erster Strand-Concierge

(Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung, 20/2015)

AHRENSHOOP. Sobald die Sonne die ersten Gäste in die Strandkörbe lockt, steht für Ralf Winter ein Garderoben-Wechsel an: Während er in der kühlen Jahreszeit mit Krawatte und schwarzem Anzug an der Rezeption regiert, mutiert er dann äußerlich zum lockeren Typen mit hellen Hosen, Mokassins und Strohhut oder Base-Cap. Ralf Winter ist Teil des Strandconcierge-Teams des Luxus-Hotels THE GRAND im Ostseebad Ahrenshoop auf der Ostsee-Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Er war 2014 deutschlandweit der erste dieses Metiers, Kollegen sind da eher an den Stränden der Luxushotels von Dubai, der Cote d‘ Azur oder Großbritannien heimisch.

„Aber warum nicht hier an der Ostseeküste?“, fragte man sich im ersten Haus am Platze, als die Gäste immer wieder in Badesachen an der Rezeption standen, um dort ihre Wünsche vorzubringen. Und also übernahm Winter diesen Spezialauftrag: Er umsorgt die Gäste am Strand, serviert Sekt und Selters, bringt Börsenberichte und Buddeleimer, informiert über Wassertemperatur und Windrichtung. Und wenn die Bitte geäußert wird, reibt er Singles auch mal den Rücken mit Sonnencreme ein.

Klimawandel – was bewirkt er wirklich?

(Fruchthandel Magazin, 04/2015)

Der Klimawandel ist Fakt. Doch inwieweit er Extremwetterlagen beeinflusst und was das wirklich für die Landwirtschaft bedeutet, dazu klaffen bislang enorme Wissenslücken. So etwa lautet das Zwischenfazit der Studie, deren erste Ergebnisse kürzlich die Forscher des in Kleinmachnow ansässigen Instituts für Strategien und Folgenabschätzung am Julius-Kühn-Institut (JKI) veröffentlichten. Das Fruchthandel Magazin sprach mit Dr. Petra Seidel und Dr. Sandra Krengel.

FH-Magazin: In allen Debatten ist er präsent – der Klimawandel. Er gilt als belegt und wird gern für jegliche Probleme in Sachen Wetter und Natur verantwortlich gemacht. Nun haben Sie Fragezeichen gesetzt. Welche?

P. Seidel: Schwerpunkt der Untersuchungen unseres Forschungsverbundes waren – und sind auch künftig – Extremwetterlagen, also Stürme, Überflutung, Trockenheit, Hagel, Starkregen und Hitze. Dabei stand als ein Arbeitsschritt unter anderem das Auftreten von Schaderregern im Fokus. Wir haben gefragt, welche Extremwetterlagen welchen Einfluss auf Viren, Bakterien und Pilze, auf Nager, Nematoden, Unkräuter und Insekten und all die anderen Lebewesen haben, die in Sonderkulturen sowie Ackerbaukulturen auftreten und die Erträge beeinflussen. (…)

Als Kleiner unter den Großen bestehen

Stippvisite im Spargelhof Mehnert (Brandenburg)

(Spargel & Erdbeerprofi, 04/2014)

Auf jede Frage, bekommt man von den Mehnert-Männern zwei Antworten. Gleichzeitig. Meist stimmen die überein, manchmal ähneln sie sich, und manchmal – ist es wie überall, wenn Vater und Sohn im selben Betrieb Verantwortung tragen.

Der Spargelhof Mehnert in Werenzhain, einem Ortsteil von Doberlug-Kirchhain im Südosten Brandenburgs ist ein klassischer Familienbetrieb. Vater Richard ist offiziell noch der Inhaber und Chef, Mutter Ingrid  die „Seele“ vom Ganzen, Sohn Marcus und dessen Frau Kathi stehen in den Startlöchern. Und wer hat nun das Sagen? „Der Chef“, kommt es umgehend aus dem Munde des Seniors. „Wir entscheiden gemeinsam“, relativiert der Junior eilig. In Ruhe erklärt es die Chefin: „Wenn beispielsweise eine wichtige und teure Investition ansteht, besprechen wir alle vier das Projekt, meist am Frühstückstisch Dabei ist es nicht automatisch so, dass wir Alten die Reparatur vorziehen und die Jungen für den Neukauf plädieren. Da gibt es keine Regeln. Manchmal sind es auch wir, die weiter in die Zukunft schauen und tiefer in die Kasse greifen würden“ (…)

Schritt für Schritt

In einem Ganganalyselabor kann präzise gemessen werden, wie der Patient wirklich läuft

(Gesundheitsprofi, 03/2015)

Gehen – das ist bekanntlich mehr, als ein Fuß vor den anderen zu setzen. Es wirken Kräfte im ganzen Körper. Beim Gesunden agieren die beiden Körperhälften in ausgefeilter Gleichmäßigkeit. Störungen dieser Abstimmung – lange mit bloßen Auge nicht erkennbar – werden in Ganganalyselaboren gemessen. Eines der jüngsten in der deutschen Forschungslandschaft wurde Anfang des Jahres an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig in Betrieb genommen. Eine Stippvisite bei laufendem Betrieb. Der Proband geht energischen Schrittes hin und her. Von den Füßen bis zur Hüfte ist er mit Markern versehen, zwölf im Raum fest montierte Kameras erfassen deren Bewegung in drei Dimensionen. In die Laufstrecke sind unterschiedlich große dynamometrische Plattformen eingelassen. Deren Aufgabe ist es, die Kräfte zu messen, die in der Wechselwirkung zwischen dem Boden und der darüber schreitenden Person entstehen.

Wie die zu untersuchende Person tatsächlich läuft, ist auf einem Bildschirm zu erkennen. Die erfassten Marker sind als farbige leuchtende Punkte unterwegs. Da die Perspektive des Betrachters verschoben und gedreht werden kann, sind beliebige Punkte millimetergenau zu vergleichen: Liegen beide Hüften auf derselben Höhe? Bewegen sich die beiden Kniegelenke wirklich alternierend? Sind alle Schritte gleich lang? (…)

Leipzig: Die gemütliche City

schuhkurier-Städteporträt Teil 3: Leipzig. Vielfalt auf kleiner Fläche und die Dominanz der unteren bis mittleren Preislagen bestimmen das Bild des Innenstadthandels. Doch der Luxus ist im Kommen.

(Schuhkurier, 06/2013)

Leipzig, die Halbmillionenstadt, hat es nicht leicht: Umzingelt von überproportional vielen Shopping-Zentren, mit einer Bevölkerung von unterdurchschnittlichem Einkommen. Und dennoch ist die Stimmung in der traditionsreichen Handelsstadt gut.

Wenn der Leipziger sagt, er gehe in „die Stadt“, dann meint er damit die City, den Stadtkern, der weniger als einen Quadratkilometer einnimmt. Hier wird gehandelt, seitdem es Leipzig gibt. Allein am Brühl agierten zeitweise über 700 Rauchwarenhändler, die ein Drittel des Welt-Pelzgeschäftes abwickelten. Dass der Leipziger nie „Altstadt“ sagen würde hängt damit zusammen, dass es nur noch wenig ganz Altes gibt. Die Handelsmetropole war in den Gründerjahren so reich, dass alles Mittelalterliche von einem Bauboom hinweggefegt wurde. (…)